Who was who? Galerie der Ehemaligen
In der Blütezeit der FrauenAnstiftung arbeiteten rund 46 Frauen als Festangestellte. In Gremien und Beiräten engagierten sich mehrere Dutzend Ehrenamtliche. Dazu kamen Honorarkräfte sowie Hunderte von Frauen, die sich im weiteren Umfeld wie zum Beispiel im Verein engagierten. Alle gemeinsam trugen sie dazu bei, dass die Stiftung zur Zeit ihres Bestehens eine einzigartige Dimension in der politischen Bildungslandschaft entfalten konnte.
Hier entsteht eine kleine, alphabetisch nach Vornamen geordnete, „Who was who“-Galerie, wo wir zumindest einige der damaligen Aktivistinnen mit Kurzporträt vorstellen. Die Liste wird hoffentlich wachsen, aber nie vollständig sein. Großen Dank an alle, die damals so viel Zeit, Energie und Liebe für die FrauenAnstiftung aufgebracht haben!
Abigail von Rooyen

Die Lehrerin stammt aus Südafrika und war von 1989 bis zur Fusion in verschiedenen Gremien der Frauen Anstiftung ehrenamtlich tätig, vor allem in der AG Internationalismus. Auch war sie längere Zeit Mitglied in der Entscheidungsgruppe Nord-Süd-Projekte. Zeitweise war sie Mitglied des Vorstandes und engagierte sich zusätzlich in der Arbeitsgruppe ausländischer Frauen.
Annekathrin Linck

Sie war ab 1986 in der Initiative der Frauen Anstiftung aktiv. Sie entwickelte das erste Konzept für die Arbeit des Nord-Süd Bereichs und gründete 1988 die AG Internationalismus. Zwischen 1988 und 1989 koordinierte sie die Stiftungsinitiative als erste Honorarkraft und war ab Mitte 1989 hauptamtliche Koordinatorin des Nord-Süd-Bereichs (Globaler Süden). Zeitweilig war sie im Vorstand des Stiftungsverbandes Regenbogen tätig und arbeitete außerdeem im Dritte Welt-Ausschuss des Verbandes mit.
Annette Hecker

Die Psychologin gehörte zu den Anstifterinnen der Gründungsphase. Zeitweise war sie im Stiftungsrat und im Studienwerk aktiv. Nach der Fusion war sie für die ehemalige FrauenAnstiftung einige Jahre im Aufsichtsrat der neuen Heinrich Böll Stiftung tätig.
Arfasse Gamada

Sie war ab 1990 ehrenamtlich in der AG-Internationalismus und im Stiftungsrat aktiv. Ab 1991 war sie Mitarbeiterin der Geschäftsstelle mit Schwerpunkt Inland/Migrantinnen. Ab 1994 wurde sie Referentin für Antirassismus-Arbeit im Dezentralen Büro Bremen. Ihre Schwerpunkte waren Women of Color zum Thema demokratische Rechte, Migration, Rassismus und Schwarzer Feminismus.
Carola Möller

Die Sozialwissenschaftlerin und Mitherausgeberin der Zeitschrift „Beiträge zur feministische Theorie und Praxis“ war seit 1988 im Gründungskreis der FrauenAnstiftung und später im Stiftungsrat aktiv. 1989 initiierte sie mit anderen das Forum „Ökonomie und Arbeit“, ein Netzwerk für Frauen aus Ost und West zu alternativen Wirtschaftsformen, das bis 1996 bestand.
Christa Merkel

Als Mitglied der BAG Frauen der Grünen Partei unterstützte sie den Entstehungsprozess der FrauenAnstiftung (FAS). Von 1989 bis 1995 war sie hauptamtlich als Gremienkoordinatorin beschäftigt, zuständig für den Informationsfluss zwischen Stiftungsverband Regenbogen sowie Gremien und Hauptamtlichen der FAS. Von 1990-1995 vertrat sie außerdem als Hauptamtliche die FAS im Vorstand des Regenbogen-Stiftungsverbands.
Cornelia Sperling

1989-1996 engagierte sie sich im Forum Ökonomie & Arbeit und in der AG Europa. Mitgestaltung und Dokumentation von Tagungen wie „Nationalismus und Feminismus“ (Bratislava, Bled), „Unsere Geschichte(n) mit Feminismus und Sozialismus“ (Hamburg, Prag), Lesbenkonferenz (Wien), Vorstudie in Kasachstan (Almaty). Die Erfahrungen in der FAS ermutigten sie zu größeren Projekten wie Unternehmerinnentagen und Partnerschaften mit lesbischen Gruppen im südlichen Afrika.
Dörthe Jung

Als Mitfrau der Frankfurter Frauenschule gehörte die Soziologin zu den Impulsgeberinnen und Gründerinnen der FrauenAnstiftung. Sie begleitete die Gründung der FAS und arbeitet lange ehrenamtlich im Stiftungsrat, später auch im Regenbogenvorstand. Zusammen mit dem Dezentralen Büro Hamburg gestaltete sie Kongresse und Konferenzen; die Medien schätzten sie Gesprächspartnerin. (hier bei der ersten Projektpartnerinnen-Konferenz 1992 in Uruguay)
Erika Gehl+

Erika war eigentlich von Beruf Lehrerin, aber von der FAS so begeistert, dass sie sich entschloss, die Finanzen zu übernehmen. Dazu musste sie die unterschiedlichen Richtlinien von vier verschiedenen Bundesministerien studieren und in der Sitftung durchsetzen, was alles andere als ein leichter Job war. Sie meisterte diese undankbare Aufgabe so gut, dass die FAS, anders als die anderen Stiftungen, immer ein dickes Lob von Wirtschaftsprüfern und Referatsleitern erhielt.
Gisela Vollradt+

Die Berliner Studienrätin gehörte als FFBiZ-Mitfrau zu den FAS-Gründerinnen (hier beim Grünen Parteitag 1988) und sie war mehrere Jahre im Gründungsvorstand der FAS aktiv. Ihr verdanken wir eine lückenlose Aufzeichnung aller Beschlüsse und Planungen. Bei Konflikten blieb sie unerschütterlich ruhig und ausgleichend. Später gehörte sie als Ehrenamtliche im Stiftungsrat und in der MV zum verlässlichen Bestandteil der FAS. Sie starb kurz nach ihrer Pensionierung.
Gunda Werner+

Die Mitinitiatorin und Mitgründerin der Stiftung war die Philosophin der beiden Geschäftsführerinnen der Stiftung, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit & Struktur. Bei der Zusammenlegung erarbeitete sie mit Helga Braun als FAS-Vertreterin im Reformausschuss die Struktur der neuen Gesamtstiftung sowie das Konzept der Geschlechterdemokratie. Als sie im Jahr 2000 starb, wurde das Feministische Institut der Heinrich Böll-Stiftung ihr zu Ehren in „Gunda-Werner-Institut“ umbenannt.
Hannelore Schwedes

Die Bremer Professorin für Physikdidaktik war Mitglied der Stiftungskommission der Grünen Partei und unterstützte seit 1986 den Entstehungsprozess der Frauen Anstiftung. Sie war im Stiftungsrat der FAS aktiv und vertrat die FAS von 1988 bis 1992 als Vorstandsmitglied im Stiftungsverband Regenbogen.
Helga Braun

Als Denk-T-Räume-Mitglied startete die Diplompädagogin 1986 einen bundesweiten Aufruf zur Gründung einer Frauenstiftung, zusammen mit Gunda Werner und Dörthe Jung. Während der Gründungsjahre 1987-92 war sie im Vorstand und später im Dezentralen Büro Hamburg aktiv. Bei der Fusion war sie erneut im Vorstand und erarbeitete im Reformausschuss das Konzept der neuen Heinrich Böll-Stiftung. Ihre und Gunda Werners Vorschläge zur Integration feministischer Inhalte und geschlechter-demokratischer Strukturen sind heute in der Heinrich Böll-Stiftung angenommen.
Helga Heumann+

Als Mitglied des Frauennotruf München gehörte sie zum Initiativkreis und zu den Gründerinnen der FrauenAnstiftung. Sie war während der ersten Jahre im Vorstand, später im Dezentralen Büro München tätig. In- und außerhalb der Stiftung unterrichtete die gelernte Programmierin Frauen in Sachen Computer und Mailbox, was damals für fast alle Neuland war, und baute einen Bereich „Frauen und Management“ auf. Besonders am Herzen lag ihr Lesbenpolitik. Sie starb 2015.
Heidi Burmeister+

Sie war von Anfang an in der Initiative FrauenAnstiftung begeistert dabei und entwickelte dann als hauptamtliche Koordinatorin den Bereich Europa mit zahlreichen Konferenzen und Austauschtreffen. Ein Schwerpunkt war nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die aktive Suche nach Feministinnen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks, um dort erste vom BMZ geförderte feministische Projekte aufzubauen.
Hülya Eralp

Sie kam Ende 1980 als politischer Flüchtling aus der Türkei nach Deutschland. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie bei der multikulturellen Frauenorganisation INCI e.V. in Hamburg und lernte darüber die FrauenAnstiftung kennen. Sie war Mitgründerin der „Frauen Kultur und Kommunikation Stiftung“ und Projektkoordinatorin der feministischen Zeitschrift Pazartesi in der Türkei, die von der FAS 1995-1997 gefördert wurde. 1996 organisierte sie die Europäische Konferenz der FrauenAnstiftung in Istanbul.
Liclic Orben-Schmidt+

Sie kam aus den Philippinen und war seit der Gründung der AG Internationalismus 1988 in der Frauen Anstiftung aktiv. 1989 baute sie als Hauptamtliche den Bereich Internationalismus Inland mit einem Netzwerk migrantischer Frauengruppen auf. Weiterhin war sie aktiv in der AG ausländische Frauen. Im Februar 2009 erlag sie ihrer Krebskrankheit.
Lisa Luger

Von 1988-1995 engagierte sie sich ehrenamtlich in der FrauenAnstiftung und brachte ihre Erfahrungen aus Entwicklungshilfe, Journalismus und Frauengesundheit ein. Sie war in der BMZ-Entscheidungsgruppe, der AG Internat und im Dritte-Welt-Ausschuss tätig. Als Vorstandsmitglied von 1993-1995 war sie im Reformprozess der Stiftung aktiv. Ihr Engagement in der FrauenAnstiftung endete im September 1995 mit ihrem Umzug nach London.
Maren Bock

Als Mitglied von belladonna – Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e.V. in Bremen gehörte sie zu den ersten Gründerinnen der FrauenAnstiftung. Sie war viele Jahre im Stiftungsrat und in diversen Arbeits- und Entscheidungs-Gruppen aktiv. Auch im Reformprozess engagierte sie sich in der AG Frauen. Nach der Fusion setzte sie sich als Aufsichtsrätin in der neuen Heinrich Böll-Stiftung weiterhin viele Jahre für Frauen und Lesben ein.
Maria Jaque Olmedo+

Nach ihrer Flucht aus Chile stieß sie 1988 als Vertreterin einer chilenischen Frauengruppe zur AG Internationalismus. Ab 1989 engagierte sie sich in den Gremien der Frauen Anstiftung als Stiftungsrätin, später auch im Vorstand. Ab 1992 kümmerte sie sich hauptamtlich vor allem um die Förderung lateinamerikanischer Frauenprojekte. Im April 2009 starb sie in Chile an ihrer Krebskrankheit.
Marlies W. Fröse

Die Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin war in verschiedenen Gremien der Frauen Anstiftung aktiv wie Stiftungsrat, AG Internationalismus, Forum Ökonomie und Arbeit, BMZ-Entscheidungsgruppe und Studienwerk. In der Gründungsphase des Stiftungsverbandes Regenbogen war sie vorübergehend als dessen Geschäftsführerin beschäftigt. Zeitweise war sie auch als Projektgutachterin tätig.
Olga Prunk (Uremovic)

Die Wirtschaftswissenschaftlerin, Feministin und Migrantin war Gründerin und Mitarbeiterin von DeColores in Bremen, Mitarbeiterin der Bremer Frauenwoche sowie Lehrbeauftragte an der Bremer Uni. Ihre Schwerpunkte bei der FAS waren im Bereich AG-Europa, AG-Migrantinnen sowie im Studienwerk der FAS/Rebo. Als „ehrenamtlich“ Tätige war sie in wichtigen Gremien vertreten, so im Stiftungsrat der FAS und während des Reformprozesses im Regenbogen-Vorstand.
Regina Michalik

Die Psychologin war im Bundesvorstand der Grünen, ab 1987 Sprecherin. Als Mitglied der Grünen Stiftungskommission nahm sie Kontakt zu der Initiative zur Gründung einer Frauenstiftung auf und setzte sich persönlich für die Verwirklichung der Idee ein. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundesvorstand half sie beim Aufbau der Stiftung und ihrer Strukturen: im Vorstand, der AG Internat, AG Europa und in der internationalen Projektbetreuung.
Sasa Lienau

Ab 1990 war sie Mitarbeiterin der FAS im Referat Mitttel- und Osteuropa, ab 1993-2010 Gründerin und Leiterin des proFem-Projektes in Prag (FAS, später HBS). In der FAS war sie u.a. in der Migrantinnen-AG aktiv und hat für Ost-Mittel-Süd-Europa internationale Konferenzen in Prag organisiert, am Hippo-Camp teilgenommen und zahlreiche Schwerpunkte und Inhalte mitgetragen. Sie lebt seit 1993 wieder in Tschechien.
Sigrid Lukoschus

Die Leidenschaft für internationale Begegnungen teilte sie mit der Koordinatorin Europa, Heidi Burmeister, wobei sie auf ihre Erfahrungen in einer weltweit agierenden Organisation zurückgreifen konnte. Ab 1992 war sie als hauptamtliche Mitarbeiterin an der Organisation der wachsenden Aktivitäten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, an der AG Europa und der Entscheidungsgruppe beteiligt. 1995 organisierte sie das internationale Frauen-Camp „Hippo“ in Slowenien. Nach Ende der FAS setzte sie ihre Arbeit im Bereich Europa in der neuen Heinrich Böll-Stiftung fort.
Sonja Schelper

Von Beginn an Unterstützerin der FrauenAnstiftungsinitiative, wirkte die Soziologin als Ehrenamtliche im Vorstand, Stiftungsrat, Entscheidungsgruppen und im Forum Ökonomie und Arbeit mit. Ihr Schwerpunkt war die Arbeit im Bereich Europa, ihr größtes Vergnügen die Vorbereitung und aktive Teilnahme an internationalen Konferenzen. Sie blieb der Förderung feministischer Gruppen auch nach der FrauenAnstiftung als Geschäftsführerin von filia.die frauenstiftung treu.
Renate Rampf

Die Sozialpädagogin und angehende Philosophin war Mitglied des Stiftungsrats, Mitglied der MV und engagierte sich im Studienwerk. Zeitweilig half sie auch mit Rat und Tat bei den größeren Kongressen des Dezentralen Büros Hamburg mit.
Wera Reusch

Wera Reusch (geb. 1963) studierte Ethnologie, Romanistik und Lateinamerikanische Geschichte.
Ab 1990 arbeitete sie ehrenamtlich in der AG Internationalismus und in der AG Medien der FrauenAnstiftung. Als solche zählte sie zu den Gründerinnen von LOLApress und Pro Revista e. V.. Zweitweise war sie auch Mitglied der Redaktion.
