Büro Hamburg

Feministische Politik auf dem Prüfstand

Schwerpunkt des Dezentralen Büros Hamburg war die Reflexion von Politikformen der Frauenbewegung und die Diskussion über Formen einer Demokratie, die Frauen und Minderheiten tatsächlich gleichberechtigt beteiligt. Ziel war die Förderung einer konstruktiven Streitkultur innerhalb der Frauenbewegung, der Aufbau politischer Bündnisse zwischen Frauen und Minderheiten und im weitesten Sinne die Weiterentwicklung feministischer Praxis.

Reflexion der Frauenprojekte-Praxis

In den Anfangsjahren lud das „Projekt Politische Selbsterfahrung“ dazu ein, Motive, Herausforderungen und Probleme feministischer Arbeit in Frauenprojekten mit Methoden der politischen Psychologie zu reflektieren. Ziel war, gemeinsam neue Wege für einen konstruktiven Umgang mit Differenz zu entwickeln. Die meisten Veranstaltungen, Workshops und Wochenend-Seminare wurde supervisorisch begleitet und von der AG „Frauen-Projekte-Politik“ unterstützt, in der Vertreterinnen verschiedener Projekte und Städte zusammenkamen. Zur Diskussion standen in der Regel wenig reflektierte oder Tabu-Themen. Siehe dazu folgende Dokumentation und Seminarliste:

Feministische Bündnisse für mehr Demokratie

In eher theoretisch und international orientierten Veranstaltungen (Kongresse und Konferenzen) ging es um aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen für Politik und Demokratie. Im Zentrum stand die Frage, wie Feministinnen neue Formen politischer Solidarität fördern und neue Bündnisse schließen können, um die Demokratie offener und inklusiver zu gestalten.

Trinationale Konferenz: „Was uns verbindet, was uns trennt: Lesbische Perspektiven in den Frauenbewegungen deutschsprachiger Länder“, Wien, 8.-11.07.1993

Lebensformen und Kämpfe um Gleichberechtigung, aber auch um ein Recht auf „Anders-Sein“ von Lesben in Ost- und Westdeutschland, Österreich und in der Schweiz. Referentinnen waren u.a. Dr. Hanna Hacker (Wien); Dr. Lising Pagenstecher (alte Bundesländer) und Marinka Körzendörfer (UFV, neue Bundesländer). Mitveranstalterin: FAS-Büro Weimar.


Download der Dokumentation

Bundesweiter Kongress: „Demokratie und Differenz. Feministische Bündnispolitik auf dem Weg zu einer Zivilgesellschaft“, Berlin, 14.-16.10.1994

Referentinnen aus verschiedenen Ländern wie Prof. Nancy Fraser, USA; Prof. Chantal Mouffe, Frankreich; Prof. Dagmar Schultz, Berlin; Rose Brewer und Lisa Albrecht, USA; Pari Teimoori, Deutsch-Iranische Arbeitsstelle Berlin u.a. diskutierten über Feminismus, Differenz und neue Bündnisse für mehr Demokratie. Mitveranstalterin: Büro für Frauenpolitische Forschung & Beratung Frankfurt.


Bundesweiter Kongress: „Auf dem Weg in die Kabeldemokratie? Frauen in der Medien- und Informationsgesellschaft“, Hamburg, 17.-19.11.1996

Das Internet steckte noch in den Babyschuhen und der Medienbereich war eine exklusive Männerdomäne. Wie konnten Frauen im Informationssektor aufholen? Mit Prof. Sally Wyatt (GB); Prof. Cornelia Klinger (Wien); Aida Bagic und Kathryn Turnipseed (Zagreb); Prof. Irene Neverla (Hamburg); Prof. Nadine Strossen (New York) u.a. Mitveranstalterin: Büro für Frauenpolitische Forschung & Beratung Frankfurt.


Bundesweiter Kongress: „Globale Gerechtigkeit? Feministische Debatte zur Krise des Sozialstaats“, Berlin, 8.-10.11.1996

Mit internationalen Referentinnen wie Prof. Isabella Bakker, Kanada; Prof. Stanlie James, USA; Prof. Selma Sevenhuijsen, Niederlande; Prof. Birgit Sauer und Prof. Margarita Zander, Deutschland u.a. Thema waren Ansätze zu einer feministisch-kritischen und geschlechtergerechten Sozialpolitik und zur Neubewertung von Care. Mitveranstalterin: Büro für Frauenpolitische Forschung & Beratung Frankfurt. Die Beiträge wurden 1997 im gleichnamigen Buch von H. Braun und D. Jung: „Globale Gerechtigkeit?“ im konkret Verlag veröffentlicht.


Veranstaltungsreihe: „Auf dem Weg zu einer ‚Gemeinschaft von Fremden‘? Multikulturalität und Differenz aus feministischer Perspektive“, Hamburg 1993

Referentinnen aus europäischen Ländern über ihre Erfahrungen mit und Konzepte von Differenz als Voraussetzung inklusiver demokratischer Gesellschaften. Mit Prof. Gloria Joseph, Virgin Islands; Cecile Huber, Frankreich; Lucrezia Bermudez, USA; Cecile Arda, Niederlande; Claudia Schöningh-Kalender, Kassel u.a.
* Pressebericht: Wenn, was und wie | taz.de


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Bundesweite Tagung: „Leidenschaft für die unbequeme Sache“ (Hamburg, 27. Mai 1995)
Brainstorming mit Kunstaktion zur Bedeutung politischer Öffentlichkeit für Frauen und Ideen zur Gründung eines feministischen Think Tanks.
Mit Prof. Cornelia Klinger, Wien; Prof. Barbara Holland-Cunz, Gießen; Anne Klein, ehem. Frauensenatorin von Berlin; Dr. Sedef Gümen, Osnabrück; Dr. Eva Maleck-Lewy, Berlin; Adrienne Goehler, Präsidentin der Hochschule f. Bildende Künste Hamburg; Krista Sager, Vorstand Bündnis 90/Die Grünen; Barbara Dürck, Gewerkschaft ÖTV in Hessen; Kerstin Herbst, wiss. Mitarbeiterin von Bündnis 90/Die Grünen Berlin und anderen.
* Pressebericht im FREITAG, 9.06.1995