Bildungsprojekte

Bewusstseinsbildung für Frauen weltweit

Die FrauenAnstiftung verstand Bildung – im Sinne von Bewusstseinsbildung – nicht nur als klassische politische Bildung, sondern als einen emanzipatorischen und aufklärerischen Ansatz der Erwachsenenbildung, der politische, soziale, rechtliche, kulturelle und ökonomische Aspekte miteinander verband. Feministische Bildungsarbeit ging dabei über die bloße Verbesserung der eigenen Lebenssituation und das Aneignen von Wissen hinaus: Ihr Ziel war gesellschaftlicher Wandel und die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit

Handlungsebenen der Projekte

Die Bandbreite der geförderten Bewusstseinsbildungsprojekte erstreckt sich über mehrere Ebenen:

  • Mikroebene: Praktische Lebenshilfe wie Rechtsberatung und Seminare für Basisfrauen.
  • Mesoebene: Bildungsarbeit mit Multiplikatorinnen, Mobilisierung und Selbstorganisation, Veröffentlichung von Zeitschriften und Büchern sowie Forschung und politische Dialogprogramme.
  • Makroebene: Vernetzung, Lobbying und Advocacy sowie Kampagnen.

Thematische Vielfalt

Die von der FrauenAnstiftung geförderten Projekte decken zahlreiche Themenfelder ab:

Langfristig geförderte Bildungsinitiativen und Projekte

Honduras – CODIMCA

Förderung eines Regionalbüros in Copan und Seminaren für Landwirtschaft und Gesundheit (1990–1993). CODIMCA unterstützte ländliche Frauen in Honduras, indem es Bildungsarbeit und Projekte zur Existenzsicherung förderte. Themen umfassten Basisgesundheit, Kooperativenbildung und Landwirtschaft.

Chile – Instituto de la Mujer

Erziehung zur Demokratie und Ausbildung von Frauen in Führungspositionen (1991–1996). Das Institut bot Bildungs- und Forschungsprogramme für Frauen zu Arbeit, Ökonomie, Kulturpolitik und sexueller Gewalt an. Ziel war, Frauen in gesellschaftspolitischen Organisationen für Führungspostionen zu qualifizieren.

Chile – Memch 83

Demokratisierung von Mütterzentren und Ausbildung von Multiplikatorinnen (1992–1995). Memch war ein Dachverband von 14 verschiedenen Frauengruppen. Das Projekt war ein Bildungsprogramm für Promotorinnen zu frauenpolitischen Themen wie sexuelle Gewalt, Gesundheit von Frauen und die Rolle der Frauen in der Demokratie. Die Promotorinnen sollten in den Mütterzentren, die während der Pinochet-Diktatur sehr konservativ ausgerichtet waren, eine neue, feministisch orientierte Bildungsarbeit aufbauen. (FAS Förderung: 1992-1995)

Mitarbeiterinnen des Projekts Memch, Chile
Workshop im Frauenbildungsprojekt Memch, Chile

Trinidad & Tobago – CAFRA

Frauenbildungsprogramme in der Karibik (1992–1994). CAFRA unterstützte feministische Forschungs- und Bildungsprojekte, darunter Workshops zu Rechtsfragen, kreatives Schreiben und regionale Seminare zur Erhöhung von Rechtskenntnissen.

Dominikanische Republik – CMC

Aus- und Fortbildungsprogramme für Frauen aus Cibao (1992–1995). CMC bot Wissen über die rechtliche und politische Situation von Frauen an und förderte die Auseinandersetzung mit Themen wie sexueller Gewalt und Rassismus.

Malaysia – Women’s Development Collective

Einrichtung eines Frauenentwicklungszentrums (1993–1995). Das Zentrum bot Workshops und Konferenzen zu frauenpolitischen Themen an, u. a. “Frauen und Technologien” und “Sicherheit am Arbeitsplatz”.

Mexiko – CICAM

Forschungs- und Bildungsprogramm für die feministische Bewegung (1994–1996). CICAM unterstützte die mexikanische Frauenbewegung mit Publikationen, Workshops und Computerprogrammen zur Förderung der Öffentlichkeitsarbeit.

Brasilien – CRIOLA

Beratungs- und Bildungszentrum für schwarze Frauen (1993–1996). CRIOLA förderte die Rechte und die ökonomische Verbesserung schwarzer Frauen in Rio de Janeiro und setzte sich für die sozialen Probleme von Straßenkindern ein. Website

Argentinien – CECYM

Bildungsprogramme zu den Rechten der Frauen (1994–1996). CECYM bot Schulungen zu Gewaltprävention an und unterstützte Frauen und Fachkräfte im Umgang mit Betroffenen.
* Siehe Blogbeitrag „Frauenrechte in Argentinien“ (Original: „Derechos de las mujeres en Argentina„)

Zimbabwe – ZWRCN

Gender Training Programme (1995–1997). ZWRCN bot Gender-Trainings zur Integration geschlechtsspezifischer Fragestellungen in Entwicklungsprojekten an und stärkte die Beteiligung von Frauen in der Entwicklungspolitik.