Antigewaltprojekte

Schutz vor und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen war schon immer ein globales Problem von erschreckendem Ausmaß, denn fast jede dritte Frau weltweit hatte körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Frauenorganisationen und feministische Bewegungen spielen damals eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung dieser Gewalt. Die FrauenAnstiftung unterstützte dabei verschiedene Initiativen und Projekte. Zentrale Aspekte ihrer Arbeit waren:

  • Förderung von Zufluchtshäusern für von Gewalt betroffene Frauen
  • Unterstützung von Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit
  • Förderung von Betreuungs-, Beratungs- und Bildungsprogrammen
  • Aufbau und Stärkung internationaler Netzwerke
  • Förderung von internationalen Besuchsprogrammen zum Expertenaustausch

Anti-Gewalt-Projekte im Globalen Süden

Folgende Frauen-Anti-Gewalt-Projekte wurden, teils über mehrere Jahre, von der FrauenAnstiftung unterstützt, beraten und begleitet:

Südkorea: Women’s Hot Line (1990-1993)

  • Einrichtung des ersten Zufluchthauses „Shimter“ in Südkorea
  • Beratung, Notruf und juristische Hilfe für misshandelte Frauen
  • Weiterbildungskurse für ehrenamtliche Beraterinnen

Mexiko: COVAC (1990-1993)

  • Hilfe für von sexueller Gewalt betroffene Frauen und Minderjährige
  • Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit nationalem Netzwerk „Gewalt gegen Frauen“

Nicaragua: AMNLAE (1991-1993)

  • Ausbau des Frauenrechtshilfebüros in Leon
  • Beratung bei Familienrechtsfragen und sexueller Gewalt
  • Bildungsveranstaltungen in ländlichen Gebieten

Südafrika: NISAA Institute for Women’s Development (1993-1996)

  • Einrichtung eines Frauenhauses in Eldorado Park, Johannesburg
  • Beratung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Sensibilisierung öffentlicher Institutionen

Mauritius: SOS Femmes (1995-1997)

  • Einrichtung des ersten Frauenhauses in Curepipe
  • Rechtliche, medizinische und psycho-soziale Betreuung
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Gesellschaft

Internationale Austauschprogramme

  • 1992: Austausch zwischen COVAC (Mexiko), Women’s Hotline (Korea) und deutschen Frauengruppen
  • Ende 1992: Internationale Fortbildungskonferenz zu Frauenhandel und Sextourismus mit 30 Teilnehmerinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika, Karibik und Europa

Internationale Workshops

  • 1992 in Mexiko: „Gewalt gegen Frauen – Methoden der psychologischen und rechtlichen Beratung“
  • 1992 in der Dominikanischen Republik: Seminar zum Thema sexuelle Gewalt

Diese Maßnahmen trugen dazu bei, Schutzräume zu schaffen, Aufklärung zu leisten und langfristige Lösungen gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu entwickeln.