Konzept Studienwerk

Studienwerk unterm Regenbogen

Innerhalb des Regenbogen-Studienwerks wurden übergreifende Förderkriterien entwickelt und inhaltliche Schwerpunkte der beteiligten Stiftungen definiert. Die einzelnen Teil-Studienwerke unterschieden sich dabei in Auswahlverfahren, Betreuungskonzepten und Begleitprogrammen. Ein zentrales Anliegen des gesamten Studienwerks war die gezielte Förderung von Frauen, die im Hochschulkontext benachteiligt und in akademischen Berufen unterrepräsentiert waren. Im Vergleich zu anderen Begabtenförderwerken zeichnete sich das Regenbogen-Studienwerk durch eine besonders hohe Frauenförderquote aus.

Frauenanteil in deutschen StudienStiftungen im Jahr 1991
Prozentualer Frauenanteil in der Studienförderung (s. Sachbericht 1992 – PDF, S. 58)

Förderkriterien

Im Unterschied zu traditionellen Förderinstitutionen legte das FrauenAnstiftungs-Studienwerk den Fokus seiner Mittelvergabe auf Frauen, die sich nicht nur durch wissenschaftliche Leistungen, sondern zusätzlich durch gesellschaftspolitisch-feministisches Engagement auszeichneten. Kriterien waren auch:

  • Engagement in Projekten, Netzwerken und Initiativen der Frauenbewegung
  • Interkulturelle Perspektiven und Auseinandersetzung mit Rassismus
  • Kenntnis von Zielen, Methoden und Geschichte der Frauenforschung
  • Teamfähigkeit und selbstständiges Arbeiten

Auch spezifische Lebensumstände wie Berufstätigkeit, soziale Verantwortung oder erschwerte Ausbildungsbedingungen wurden bei der Stipendienvergabe berücksichtigt. Neben individueller Förderung stand ein gesellschaftspolitischer Anspruch im Zentrum der Stipendienvergabe: die Mitgestaltung einer demokratischen, ressourcenschonenden Gesellschaft – durch verantwortungsvolle, freie Individuen, die sich nicht parteipolitisch vereinnahmen lassen.

Struktur und Zusammenarbeit

Das Studienwerk war ein zentraler Bestandteil der Bildungsarbeit der FrauenAnstiftung. Es war verbunden mit den Förderzielen der anderen grün-nahen Stiftungen und aktiv vernetzt mit Frauenprojekten und Hochschulen. Ziel war es, Hochschule und gesellschaftliche Praxis stärker zu verzahnen – durch neue Formen des Austauschs und gemeinsames Lernen. Siehe dazu Betreuung

Fördermittel und Herausforderungen

Ab 1991 erhielt das Regenbogen Studienwerk staatliche Mittel vom BMBW und Auswärtigen Amt, die auf die drei Stiftungen aufgeteilt wurden. Doch bereits ab 1992 kam es zu Kürzungen statt erwarteter Erhöhungen. Die Mittel für ausländische Stipendiatinnen wurden reduziert und die Förderungen für deutsche Studentinnen und Promovendinnen eingefroren. Nur die Sondermittel für Promovendinnen aus den neuen Bundesländern blieben verfügbar.

Die Mittelkürzungen verhinderten eine paritätische Besetzung mit deutschen und internationalen Stipendiatinnen. Auch in den Folgejahren blieb die finanzielle Lage angespannt. Die notwendige Betreuung konnte nur durch zusätzliche Mittel aus Stiftungstöpfen aufrechterhalten werden, was zu Konkurrenz mit anderen Projekten der FrauenAnstiftung führte.