Frauenprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika

Von Anfang an bekannte sich die Frauen-Anstiftung zu einem feministischen Internationalismus, der die Unterschiede der weltweiten Frauenbewegungen anerkannte und sich darauf bezog. Durch die Stärkung frauenpolitischer Interventionen wollten wir auch einen Beitrag zur Verbesserung der gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen leisten.
Im globalen Süden konnte die Frauen Anstiftung auf bestehende Frauenbewegungen und deren Projekte aufbauen. So war es möglich, rasch Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen. In vielen Fällen entwickelten sich aus diesen Verbindungen konkrete Projektförderungen.
Eine Schlüsselrolle in der internationalen Aufbauarbeit spielte die 1988 gegründete Arbeitsgruppe Internationalismus. Die Gruppe setzte sich aus Migrantinnen wie auch Expertinnen für Entwicklungspolitik zusammen, die über Verbindungen in die entsprechenden Ländern verfügten als auch praktische Erfahrung aus der Dritte-Welt-Arbeit mitbrachten.
Die Arbeit der FrauenAnstiftung im globalen Süden trug dazu bei, lokale Frauenbewegungen zu stärken, feministische Perspektiven in die Entwicklungszusammenarbeit einzubringen und die internationale Solidarität unter Frauen zu fördern. Damit leistete die Stiftung einen wichtigen Beitrag zur globalen feministischen Bewegung und konnte gleichzeitig von den Erfahrungen und Perspektiven der Partnerinnen im Süden lernen.
Feministische Ansätze und Themenschwerpunkte
Die thematischen Schwerpunkte geförderter Projekte lagen in den Bereichen
- Bildung (10 Projekte),
- Medien (4 Projekte),
- Gewalt gegen Frauen (3 Projekte)
- Gesundheit und Reproduktionsmedizin (3 Projekte)
Die Projekte wurden meist über mehrere Jahre gefördert, damit sie entsprechend nachhaltige Wirkungen erzielen konnten. Alle Projekte verfolgten einen Empowerment-Ansatz, der die Erweiterung von Handlungsspielräumen von Frauen auf individueller und kollektiver und gesellschaftlicher Ebene zum Ziel hat.
Geförderte Frauenprojekte nach Kontinenten
In den sieben Jahren des Bestehens der Frauen-Anstiftung wurden insgesamt 16 Frauenprojekte in Latein- und Mittelamerika, zwei Projekte in Asien und vier Projekte in Afrika gefördert. Die Fördermittel für Frauenprojekte im Süden stiegen im Laufe der Jahre an und umfassten 1995 ca. 65% der Gesamtmittel der FrauenAnstiftung. Es wurden Frauenprojekte gefördert, die eine Unterstützung von Empowerment-Prozessen von Frauen im Sinne von mehr Autonomie und Selbstbestimmung in gesellschaftspolitischen und ökonomischen Fragen zum Ziel hatten.

Nord – Süd Dialog

Neben der Stärkung von Fraueninitiativen vor Ort war der Frauen-Anstiftung auch der Süd-Süd- und der Nord-Süd-Austausch wichtig. Dazu fanden drei Konferenzen für Projektpartnerinnen der Frauen-Anstiftung statt, in denen über die Zusammenarbeit als auch über globale Themen wie die Weltfrauen-Konferenz in Peking diskutiert wurde.
Thematische Vernetzungen und Netzwerke
Es wurden vier Konferenzen in den drei Kontinenten zur Vernetzung von Fraueninitiativen gefördert. Dazu kamen verschiedene Besuchsprogramme für Projektpartnerinnen aus Asien, Afrika und Lateinamerika nach Deutschland.
