Eine internationale feministische Zeitschrift
LOLApress war eine internationale feministische Zeitschrift, die von 1994-2002 insgesamt 20 Mal erschien. Herausgegeben wurde das zweisprachige Magazin (Englisch/Spanisch) von einer Redaktion aus Afrika, Europa und Lateinamerika. Die Idee ging zurück auf eine Projektpartnerinnenkonferenz, die ein Medium forderten, um feministische Diskussionen länderübergreifend zu führen.


Die FrauenAnstiftung (FAS) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) bewilligten die Förderung, und die Redaktion nahm 1993 die Arbeit auf: Frauen des Medienkollektivs Cotidiano Mujer (Uruguay), der Zeitschrift Sister Namibia (Namibia) und Mitglieder der ehemaligen FAS-Mediengruppe, die den Verein Pro Revista gründeten. Später kam NISAA (Südafrika) hinzu sowie Korrespondentinnen aus El Salvador (Las Dignas), Trinidad & Tobago (CAFRA), Indien und Ghana.
Konzept und Arbeitsweise
Die AG Medien der FAS entwickelte daraufhin ein anspruchsvolles Konzept: Gleichberechtigte Redaktionsmitglieder aus allen Kontinenten, hochwertige Artikel, relevant für ein internationales Publikum, eine grafische Gestaltung, die kulturelle Vielfalt widerspiegelt. Redaktionelle Koordination und Produktion sollte abwechselnd in den verschiedenen Kontinenten erfolgen.

Die länderübergreifende Konstruktion war ihrer Zeit voraus: Für die Kommunikation der Redaktion wurden von Beginn an E-Mails genutzt, was damals noch selten war; ab 1997 erschien LOLApress auch im Internet. Inhaltliche Abstimmung, Vertrieb und administrative Abwicklung des Projekts über mehrere Kontinente waren sehr aufwändig.
Mit dem Übergang der FAS in die Heinrich-Böll-Stiftung erhöhte sich der Druck, wirtschaftlich zu arbeiten; die dezentrale Struktur, der internationale Vertrieb und die nichtvermögende Leserinnenschaft in aller Welt machten dies illusorisch, obwohl ab 2001 eine Ausgabe pro Jahr lediglich in elektronisch erschien. Da andere Geldquellen nicht aufgetan werden konnten, wurde die Produktion mit der Ausgabe vom November 2002 eingestellt.
Heute ist die Zeitschrift noch in zahlreichen Archiven von Frauenbewegungen und Unis einzusehen; das Autorinnenregister liest sich wie ein Whoʼs who des internationalen Feminismus.
* Presse: Freitag: „Die kesse Lola(press)„
* Archive: Archivportal: LOLApress / * Deutsches Digitales Frauchenarchiv (DDF): LOLApress
