Das Studienwerk der FrauenAnstiftung war Teil des Regenbogen-Studienwerks, das Anfang der 1990er Jahre mit dem Ziel gegründet wurde, besonders begabte Studierende gemäß den Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft (BMBW) zu fördern.
Profil und Arbeitsweise
Das Studienwerk der FrauenAnstiftung arbeitete mit einem dezidiert feministisch-wissenschaftlichen Fokus. Es förderte ausschließlich Frauen und kooperierte eng mit den regionalen Büros der FrauenAnstiftung sowie mit externen Partnerinnen. Unterstützt wurde diese Arbeit durch eine ehrenamtlich tätige Arbeitsgruppe „Studienwerk“. Mehr über das Konzept
In Anlehnung an das Motto „Frauen stiften Frauen an“, sich in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitszusammenhängen für eine Entwicklung zur geschlechterdemokratischen Gesellschaften einzusetzen, trat das Studienwerk der FrauenAnstiftung ebenfalls unter dieser Förderprämisse an. Dabei unterschied es sich in vielerlei Hinsicht von anderen Förderinstitutionen – sowohl konzeptionell als auch strukturell. Kennzeichnend war sein gesellschaftspolitischer Anspruch sowie ein Verständnis von individueller Förderung, das auf Eigenverantwortung und Unabhängigkeit setzte. Besonders wichtig war die aktive Beteiligung der Studentinnen an der Studienwerksarbeit.
Spezifische Eckpunkte
- Konzept und Fördermotivation
- Stipendiatinnenbetreuung und Vernetzung
- Struktur und Zusammenarbeit
- Fördermittel & Herausforderungen
Erfolge und Wirkung
In der vergleichsweise kurzen Förderphase von 1991 bis 1995 ermöglichte das Studienwerk mit seinen Studienstipendien und Promotionsstipendien mehreren Hundert in-und ausländischer Frauen, die sich für feministische Forschung interessierten, ein Hochschulstudium oder eine Promotionsarbeit. Neben der individuellen Unterstützung trug das Studienwerk auch zur Verwirklichung seines gesellschaftspolitischen Ziels bei: der Mitgestaltung einer zukunftsfähigen, demokratischen und ressourcenschonenden Gesellschaft. Im Zentrum stand dabei das Bild verantwortungsbewusster, freier Individuen, die sich nicht parteipolitisch vereinnahmen lassen.
Weiterentwicklung
Im Zuge der Reform des Regenbogen-Stiftungskonzepts wurden das Studienwerk der Frauenanstiftung gemeinsam mit den der beiden anderen Stiftungen in das Heinrich-Böll-Studienwerk überführt. Viele der Grundideen feministischer Stiftungsarbeit und forschungsbezogener Förderung konnten dabei erfolgreich in das neue Konzept integriert werden.
