Die Anfänge von Gender Studies Prag reichen bis ins Jahr 1991 zurück. Damals gründeten einige frauenbewegte Frauen und ehemalige Dissidentinnen das Prager „Curriculum Zentrum für Gender Studies“ als private Initiative, noch zu Zeiten des tschechoslowakischen Staates. Aus dieser Initiative entwickelte sich das „Gender Studies Center“. Ab 1991 war Gender Studies Prag ein Kooperationsprojekt der FrauenAnstiftung; finanziell gefördert wurde es ab 1993. Später übernahm die Heinrich Böll Stiftung (HBS) die Förderung des Projekts.
Ziele und Schwerpunkte
Ziel des Projekts war es, geschlechtsspezifische Analysen sowie Analysen gesellschaftlicher und kultureller Unterschiede zu fördern und weiterzuentwickeln. Zu den ersten Aktivitäten gehörte die Gründung einer Frauenbibliothek. In den folgenden Jahren baute das Projekt ein Studienangebot zu Gender- und Frauenforschung auf und ermöglichte es, an drei tschechischen Universitäten frauenrelevante Themen als Prüfungsfach zu wählen.
Das Gender Studies Zentrum Prag engagierte sich aktiv in der Vernetzung ähnlicher Projekte in Mittel- und Osteuropa und ist inzwischen teilweise auch in Westeuropa präsent. Das Projekt gibt bis heute ein eigenes Bulletin heraus und unterstützt neue Frauengruppen bei ihrer Arbeit. Gender Studies hat zahlreiche Veröffentlichungen zu frauenspezifischen Themen herausgebracht. Zum 30-jährigen Bestehen erschien 2024 das Buch „Das Nest des Feminismus“ (Hnízdo feminismu), das die Geschichte der Frauen- und feministischen Bewegung in Tschechien – insbesondere in Prag – dokumentiert. Das Buch enthält Beiträge aktiver Feministinnen sowie der ersten Feministinnen Prags und wurde von der HBS gefördert.
Gender Studies wurde inzwischen von einer jüngeren Generation übernommen und besteht bis heute fort.
