AG Internationalismus Inland

Entstehung und Ziele

Die meisten Migrantinnen in der Frauen-Anstiftung wurden von der Arbeitsgruppe Internationalismus zur Mitarbeit eingeladen. Viele kamen aus Ländern des Globalen Südens und hatten sich bereits in Deutschland in Migrantinnengruppen engagiert. Im November 1990 gründeten sie eine eigene Arbeitsgruppe „Ausländische Frauen“. Ihr Ziel war es, die Themen Rassismus und Feminismus stärker in den Fokus zu rücken und innerhalb der FrauenAnstiftung unabhängiger und selbstbestimmter zu agieren. Ein weiteres Anliegen war der Ausbau von Kontakten zu anderen Migrantinnengruppen in Deutschland.

Arbeitsweise und Schwerpunkte

Der Stiftungsverband Regenbogen hatte seit seiner Gründung festgelegt, dass 10 % der Globalmittel für Bildungsarbeit im Inland für Internationalismus-Projekte verwendet werden sollten. Alle diese Projekte wurden im gemeinsamen „Dritte-Welt-Ausschuss“ des Verbandes abgestimmt. Die Migrantinnen in der FrauenAnstiftung setzten sich für eine Neuausrichtung dieser Mittel ein. Sie sorgten dafür, dass die Gelder gezielt für Antirassismusarbeit, Vernetzungsprojekte migrantischer Frauengruppen und internationale Begegnungen von Migrantinnen verwendet wurden. Zur Planung der Aktivitäten fanden jährliche Treffen statt.

Erfolge und Wirkungen

Der Bereich Internationalismus-Inland machte in den Jahren 1991 bis 1995 rund 30–45 % der Bildungs- und Kooperationsmaßnahmen im Bereich politische Bildungsarbeit im Inland aus. Zwischen 1990 und 1995 wurden in diesem Bereich zahlreiche Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt, insbesondere zu den Themen Antirassismus und Interkulturalität. Die Lebenssituation ausländischer und schwarzer Frauen stand dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden Seminarreihen zu „Frauen und Macht“ angeboten.

Es fanden auch Veranstaltungen und Kongresse zu internationalen und globalen Themen statt, wie etwa zu den Weltwirtschaftsgipfeln, zu Bevölkerungspolitik und zur Weltfrauenkonferenz in Peking. Kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Theateraufführungen sowie Publikationen zu diesen Themen wurden ebenfalls unterstützt.

Weiterentwicklung

1995 wurde erstmals ein großer Kongress mit über 80 Migrantinnen unter dem Motto „Grenzenlos mächtig“ veranstaltet. Ursprünglich sollte dieser Kongress die Organisation der Migrantinnenbewegung stärken. Er entwickelte sich jedoch auch zu einem Forum zur Diskussion über die Reform der grünennahen Stiftung und die Rolle von Migrantinnen in einer reformierten Gesamtstiftung.