Frauenprojekte und europäische Vernetzung
Die FrauenAnstiftung unterstützte von 1989-1996 zahlreiche feministische Bildungsprojekte in 23 verschiedenen Ländern Europas, mit Fokus auf Ost-, Mittel-, Süd- und Westeuropa. Ziel war es, durch die politische Bildung von Frauen eine offene, demokratische und umweltbewusste Gesellschaft zu fördern. Mit ihrer Arbeit trug die Stiftung dazu bei, ein Forum für Frauen aus ganz Europa zu schaffen und gegenseitiges Verständnis, Selbstbewusstsein und Vernetzung zu fördern.

Europäische Begegnungsprogramme
Jährlich organisierte die FrauenAnstiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amts (AA) etwa 20 europaweite Begegnungsprogramme sowie zahlreiche europaweite Konferenzen und Tagungen mit bis zu 120 Teilnehmerinnen. Ein Höhepunkt war die Frauensommerschule „Hippo-Camp“ 1995: 185 Frauen aus 19 Ländern nahmen an einem zweiwöchigen selbstorganisierten Bildungscamp in Slowenien teil.
Themenschwerpunkte
- Frauenerwerbsarbeit und feministische Ökonomie
- Wissenschaftskritik aus feministischer Perspektive
- Strategien gegen Sexismus, Diskriminierung und Gewalt
- Sichtbarkeit lesbisch lebender Frauen
- Feministische Analysen zu Krieg, Nationalismus und Sozialismus
- Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen
- Zukunft internationaler Frauenbewegungen
Förderung mehrjähriger Frauenprojekte
Die FrauenAnstiftung war auch maßgeblich am Aufbau feministischer Projekte in Osteuropa beteiligt. Nach dem Umbruch der 1980er/90er Jahre entstanden dort erstmals eigenständige Frauenbewegungen. Neue Fragen prägten die Arbeit: Wie gelingt Kontakt zu vormals sozialistischen Ländern? Wie entstehen gleichberechtigte Begegnungen trotz kultureller Unterschiede? Wie kann feministische Bildung in skeptischen Gesellschaften gelingen? Vom Beginn bis Ende der FrauenAnstiftung gestaltete sich jedes Jahr anders, denn durch die sich rapide verändernden Rahmenbedingungen in Europa in den 90er Jahren mussten wir uns auf ständig wechselnde Bedingungen einstellen. Zudem führten unterschiedliche Erfahrungen gelegentlich zu Missverständnissen zwischen west- und osteuropäischen Feministinnen (siehe Berichte im Blog).
Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) wurden zwölf Frauenprojekte in Mittel-, Ost- und Südosteuropa über mehrere Jahre gefördert:

Tschechien
Russland
- Moskau: Zentrum für Projektmanagement, Beratung und Training für Frauen
- St. Petersburg: Frauenforschungs-, Informations- und Bildungszentrum
Polen
- Krakau: Frauenkultur- und -Bildungszentrum EFKA
- Warschau: Centrum Kobiet, Frauenzentrum
Türkei
- Instanbul: Frauenzeitschrift Pazartesi
Georgien
- Tbilissi: Frauenbildungszentrum
Kroatien
- Zagreb: Informations- und Dokumentationszentrum für Frauen
Serbien
- Belgrad: Frauenstudien-Zentrum
Slowenien
Slowakei
- Bratislawa: ASPEKT – Frauenbildungs- und Öffentlichkeitszentrum
Eine Übersicht aller Aktivitäten des Europabereichs finden Sie auf folgenden Seiten:
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