Gründung

Die Hälfte des Himmels

Erster Aufruf zur Gründung einer Frauenstiftung (1986)

Alles beginnt mit dem „Gespenster“-Papier: Anfang 1986 veröffentlichen zwei Frauen aus dem Hamburger Frauenbildungszentrum Denk-T-Räume einen Aufruf zur Gründung einer Frauenstiftung. Ziel ist, dafür zu werben, dass die der Grünen Partei zustehenden Mittel für sogenannte parteinahe Stiftungen nur für Frauen verwandt werden. Dieser Aufruf stößt bei Feministinnen aus autonomen Projekten auf Begeisterung und wird auch von prominenten Feministinnen bei den Grünen unterstützt. Sie fordern von ihrer Partei „Die Hälfte des Himmels“ (der Stiftungsmittel).
* „Völlig durchgeknallt“, Der Spiegel, 5.07.1987

Bei einem bundesweiten Treffen feministischer Bildungsprojekte – darunter das Frauenbildungszentrum Denk-T-Räume in Hamburg, das Berliner FFBIZ, die Frankfurter Frauenschule, das Frauenarchiv Wiesbaden, Belladonna Bremen und der Projektverband Mafiosa in München – beschließt man 1987, einen Verein mit dem Namen FrauenAnstiftung zu gründen. Die Stiftung soll feministische Projekte fördern und als Think Tank (Ideenschmiede) für die Frauenbewegung fungieren. Noch im selben Jahr wird ein Verein gegründet und beim Amtsgericht Bad Zwischenahn ins Register eingetragen.

Ein Drittel des Himmels

Nach intensiven Diskussionen innerhalb der Grünen über verschiedene Stiftungsmodelle beschließt die Grüne Bundesdelegiertenkonferenz in Ludwigshafen im März 1988, die Stiftungsmittel auf die drei konkurrierenden Initiativen aufzuteilen: auf die „alte“ Heinrich-Böll-Stiftung, in der viele Grüne sitzen, den Buntstift, einen Dachverband grünennaher Landesstiftungen, und auf die deutlich weniger „parteinahe“ FrauenAnstiftung. Zur Abwicklung der Staatsgelder schließen die drei Stiftungen sich unter dem Dach des neugegründeten „Stiftungsverbands Regenbogen“ zusammen, inhaltlich und organisatorisch wollen sie aber eigenständig arbeiten.
* „Der 60–Millionen–Mark–Regenbogen“, TAZ, 28.3.1988
* „Grüne Stiftung stiftet Chaos“, TAZ, 19.02.1988

Das Geld ist da!