Profem Prag

Das Projekt „Profem“ in Prag wurde im Jahr 1994 gegründet, nachdem Tschechien im Januar 1993 als neuer demokratischer Staat entstanden war. Die Initiative zur Gründung ging von der FrauenAnstiftung aus, die das Projekt ins Leben rief, um das Thema „Menschenrechte“, insbesondere das Thema „Frauenrechte als Menschenrechte“ in den Fokus zu rücken. Ursprünglich war geplant, Profem als Beratungszentrum für Frauenprojekte in Mitteleuropa zu etablieren. Nach den ersten Erfahrungen vor Ort wurde dieses Konzept jedoch angepasst.

Aktivitäten

Von Beginn an war Profem international ausgerichtet und organisierte zahlreiche Konferenzen, Seminare und Diskussionsveranstaltungen. Viele weitere Projekte wurden durch Profem – und damit durch die FAS – finanziell unterstützt. Dies war für Frauen und Frauenprojekte in Mittel- und Osteuropa von großer Bedeutung, da sie sich zu dieser Zeit noch im Aufbau befanden.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Schwerpunkt „Gewalt gegen Frauen“ zum zentralen Arbeitsfeld von Profem, wobei insbesondere häusliche Gewalt in den Vordergrund rückte. 1995 wurde in Kooperation mit drei weiteren Frauenprojekten der „Koordinierungskreis Gewaltprävention im Bereich Gewalt gegen Frauen“ gegründet. Dies war ein wichtiger Schritt, da Frauen dadurch direkte Unterstützung erhielten und auch auf politischer und rechtlicher Ebene gehandelt wurde.

Im weiteren Verlauf entstand das Projekt „Advocates for Women“, das kostenlose Beratung und Rechtshilfe für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, anbot. Die Zusammenarbeit mit anderen Frauenprojekten und Organisationen im In- und Ausland sowie die Bildung von Netzwerken unterstützten die Arbeit von Profem. Es wurde zudem ein Fonds für Rechtshilfe sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen ins Leben gerufen.

Die umfangreiche Arbeit von Profem wurde durch zahlreiche Medienkampagnen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ und weiteren frauenpolitischen Themen ergänzt. 2008 wurde als Teil von Profem die „GITA – Gender Information Presse“ gegründet, um Aufklärung zu Geschlechter- und Frauenfragen sowie zum Umgang mit gesellschaftlichen Minderheiten zu leisten.

Gewalt gegen Frauen blieb bis heute der zentrale Schwerpunkt von Profem. Im Laufe der Zeit wurden landesweit weitere Projekte initiiert, wie zum Beispiel KOORDONA, Acorus, Charita CR, Magdala Prag und andere. Ein besonderes Projekt war auch der „Kalender berühmter Frauen Mitteleuropas“ (1998–2008).

Profem veröffentlichte zahlreiche Publikationen, insbesondere zum Thema häusliche Gewalt gegen Frauen, Fördermöglichkeiten für Frauenprojekte und rechtliche Grundlagen. Eng arbeitete Profem auch mit weiteren von der FAS geförderten Frauenprojekten wie „Gender Studies“ in Prag und „Aspekt“ in Bratislava zusammen.

Aktueller Stand

Profem wurde später in die Förderung der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) aufgenommen. Nach einigen Jahren wurde das Projekt eigenständig und besteht bis heute. Im Jahr 2024 feierte Profem sein 30-jähriges Bestehen. Junge Frauen haben inzwischen die Leitung übernommen und führen das Projekt mit einem leicht veränderten Konzept fort.