Gesundheitsprojekte

Frauengesundheit und Bevölkerungspolitik international

Ein Schwerpunkt der FrauenAnstiftung lag in der Vernetzung und dem Austausch unter Frauengruppen des globalen Südens zum Thema „Frauengesundheit und Bevölkerungspolitik“. Gefördert wurden Aufklärung, Selbsthilfe und solidarische Netzwerke, besonders im Globalen Süden. Ziel war eine gerechte Gesundheitsversorgung, die die Vielfalt weiblicher Lebensrealitäten weltweit berücksichtigt. Gefördert wurden:

  • Frauengesundheits-Selbsthilfezentren in verschiedenen Ländern, so in Argentinien und in der Dominikanischen Republik.
  • Informationsarbeit und Gendertrainings im Gesundheitsbereich durch wie beispielsweise in Zimbabwe.
  • Nationale und internationale Netzwerke von Frauengesundheitsgruppen, um neue Perspektiven zu Frauengesundheit, Lebensqualität und Ökologie zu entwickeln, wie das Netzwerk Redeh in Brasilien und das Feministische Frauengesundheitszentrum (FFGZ) in Berlin.

Frauengesundheit ist politisch

Plakat zur Bevölkerungspolitik in Salvador, Brasilien

Die Frauengesundheits-Bewegung der 80er und 90er Jahre setzte sich für die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung, geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung und die Berücksichtigung frauenspezifischer Bedarfe ein. Im Zentrum stand das Recht auf reproduktive Gesundheit bei Schwangerschaft und Geburt, sicheren Zugang zu Verhütung und straffreie Schwangerschaftsabbrüche. Die Bewegung kritisierte patriarchale und rassistische Strukturen in der Medizin und forderte eine stärkere Beteiligung von Frauen an gesundheitspolitischen Entscheidungen. Sie verstand Gesundheit ganzheitlich und berücksichtigte körperliche, psychische und soziale Faktoren und thematisierte Gewalt gegen Frauen als schwerwiegendes Gesundheitsrisiko.

Unterstützung von Konferenzen

1991 | Internationale Konferenz „Frauen, Fortpflanzung und Umwelt“

Diese von der FAS unterstützte Konferenz mit 250 Frauen aus 39 Ländern wurde von REDEH organisiert, eine Organisation, die auch in die Vorbereitungen der Umweltkonferenz Eco 92 in Rio eingebunden war und sich in der Bildung und dem Aufbau eines Informationsnetzwerks zu Frauengesundheit und Reproduktionsmedizin in Lateinamerika engagierte.
* Presse: Lateinamerika-Nachrichten, Dezember 1991

1993 | Internationaler Gesundheitsworkshop in Berlin

Bei dieser Weiterbildungsveranstaltung für Frauen aus Frauengesundheitszentren kamen zehn Vertreterinnen aus neun Ländern und drei Kontinenten zusammen.
* Presse: Clio 37, 1993

1993 | 7. Internationale Frauengesundheitstreffen in Uganda, Afrika

An dieser Veranstaltung nahmen etwa 600 Frauen teil. Die meisten davon kamen aus verschiedenen Ländern in Afrika. Ein Bericht dazu erschien 1994 in der Zeitschrift Clio.
* Presse: Clio 38, 1994

Langfristig geförderte Gesundheitsprojekte

Mexiko – EMAS

EMAS bildete Frauen zur Selbsthilfe für Basisgruppen aus und arbeitet seit Jahren mit Frauen in armen Vierteln zusammen, die in sozialen Bewegungen aktiv waren. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit waren Gewalt gegen Frauen sowie Themen wie Basisgesundheitsversorgung, alternative Medizin und Ernährung. In Workshops wurden Multiplikatorinnen ausgebildet und Informationsmaterialien herausgegeben. EMAS war Teil der feministischen Bewegung in Mexiko und Mitglied in der Frauenkoordination „Benitos Galeanas“.

Argentinien – Taller Permanente de la Mujer

Das Frauengesundheitszentrum bot Basisgesundheitsdienste an, bei denen alternative Diagnose- und Therapiemethoden zur Selbsthilfe von Frauen bei Erkrankungen genutzt wurden. Zudem wurde ein Beratungsdienst zu Themen wie Sexualität, Verhütung, Abtreibung, HIV-Infektionen und sexueller Misshandlung eingerichtet. (FAS Förderung: 1994-1996)

Dominikanische Republik – Colectivo Mujer y Salud

Das Colectivo Mujer y Salud wurde von Frauen aus dem Gesundheitssektor gegründet und zielte darauf ab, Frauen durch Aus- und Weiterbildungsprogramme zu befähigen, ein Basisgesundheitssystem aufzubauen. Der Schwerpunkt lag auf der Krankheitsvorsorge. Weitere Themen der Bildungsarbeit umfassten reproduktive Gesundheit, Sexualität, Müttersterblichkeit, gynäkologische Beratung, Verhütungsberatung sowie Bevölkerungs- und Gesundheitspolitik. (FAS Förderung: 1995-1997)