Anfang der 1990er Jahre erhielt das Zentrum für Frauenstudien seine erste Förderung in Form einer finanziellen Unterstützung durch die FAS. Zu dieser Zeit stand Serbien unter Sanktionen, die Bankflüsse waren unterbrochen, und das Geld wurde persönlich von Frauen der FAS gebracht – einige von ihnen, wenn ich mich recht erinnere, brachten zweitausend Mark, die damalige deutsche Währung. Für uns war das eine beträchtliche Summe, und wir waren tief gerührt, dass einige Frauen persönlich kamen, um uns das Geld zu bringen, was zu jener Zeit nicht ohne Risiko war.

So bekam die Frauenforschung, die bis dahin ausschließlich ehrenamtlich gearbeitet hatte, eine unternehmerische Komponente: Bestimmte Dienstleistungen, wie Raummiete, Geräte usw. mussten nun bezahlt werden. Die Erfahrungen, die wir nach und nach auf Grundlage der finanziellen Unterstützung der FAS sammelten, waren für uns alle von großer Bedeutung. Frauen machen alles, Frauen fallen aus Müdigkeit und Verpflichtungen, weil sie alles wollen – aber das ist der Anfang und so sollte es nicht bei jeder Aktivität sein. Wir arbeiteten weiterhin unbezahlt; es schien uns sogar sehr notwendig, wegen der politischen Korrektheit im verarmten Serbien unter Sanktionen und inmitten von Engpässen aller Art.

Ich erinnere mich an eine Anekdote: Die FAS verlangte aus Umweltgründen, dass alle Berichte auf gebrauchtem Papier gedruckt werden. Das haben wir verstanden, akzeptiert und das benutzte Papier in eine spezielle Box gelegt, um genug für den Bericht zu sammeln. Als es dann an der Zeit war, den Jahresbericht zu erstellen und zu versenden – was normalerweise in letzter Minute geschah, am letzten Tag der Frist –, konnten wir die Schachtel mit dem Papier nicht finden. Wir riefen die Reinigungskraft an und erfuhren von ihr, dass sie die Schachtel weggeworfen hatte, weil sie dachte, sie sei voller unnötigen Papiers, also Müll. Wir bekamen Angst – was sollten wir tun? Das Einzige, was uns blieb, war, die Verwendung von gebrauchtem Papier vorzutäuschen: Wir druckten auf einer Seite etwas Unsinn auf neues, leeres Papier, beschmutzten es ein wenig, z. B. mit Kaffeetassen-Abdrücken, und druckten dann auf der anderen Seite unseren Bericht. Natürlich alles noch vor Morgengrauen am letzten Tag. Wir haben es gerade noch geschafft. Wir haben den Bericht elektronisch und per Post auf diesem „gebrauchten“ Papier verschickt. Später fanden wir das sehr amüsant, aber damals hatten wir Angst, von der FAS entdeckt zu werden. Glücklicherweise geschah das nicht, und wir sprachen nicht darüber – entweder aus Verlegenheit oder aus Angst, nicht mehr zur FAS zu dürfen.

Was war dein schönste Ereignis?

Das schönste Ereignis war das Hippo-Camp 1995 in Slowenien, an dem alle von der FAS finanzierten Organisationen teilnahmen. Wir genossen die Programme und trafen andere Frauen aus der Region und Europa. Wir reisten durch Ungarn, aber diese lange Reise war eine unbedeutende Anstrengung im Vergleich zu allem, was wir dort erlebten. Auf dem Rückweg wurden wir von dem Schock der schrecklichen Nachricht vom Massaker in Srebrenica empfangen, das all unsere Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für den Balkan begrub.

Unsere Erfahrungen nach der FAS (später mit HBS)

Wir arbeiteten weiter zusammen und wurden finanziell unterstützt. Da es in dieser Beziehung keine Probleme gab, habe ich keine besonderen Erinnerungen – alles verlief problemlos und regelmäßig.

Zur Bedeutung der FAS für die Frauen-/Lesbenbewegung in unserem Land

Die Unterstützung der FAS war für uns alle sehr wichtig, zumal sie die ungehinderte, dauerhafte Arbeit der Frauenforschung in politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten ermöglichte. Wie ich bereits sagte, erhielt die Frauenbewegung in Serbien im schlimmsten Moment der Geschichte wichtige Unterstützung von der FAS. Ich erinnere mich, dass wir sie einmal fragten, was ihr Motiv sei, als deutsche Organisation uns in Serbien zu finanzieren. Sie sagten uns, dass Deutschland nicht ein exklusives Glück genießen dürfe, wo Demokratie, Menschenrechte und Frauenrechte gedeihen, sondern dass sie versuchen, die Werte einer demokratischen Gesellschaft auf andere Länder zu übertragen, insbesondere auf solche, die schwierige Zeiten durchmachen. Lesben haben ebenfalls das Recht auf Schutz vor Diskriminierung und Gewalt sowie auf ein ungehindertes Berufs- und Privatleben. Das bedeutete uns sehr viel, weil wir im Verborgenen lebten, im Glauben, dass es so sein müsse, und aus der Zusammenarbeit mit der FAS lernten wir, dass es auch anders sein kann.

Was ist von dieser Zusammenarbeit übriggeblieben?

Schöne Erinnerungen. Ich war nicht mehr in der Frauenforschung tätig und nur noch sporadisch in einigen anderen Frauen-NGOs aktiv. Ich kehrte in mein institutionelles, berufliches Leben zurück, das im Vergleich zur Welt der NGOs ziemlich grau und eintönig war. Ich war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften, Professorin an der Fakultät für Europäische Rechtspolitik, stellvertretende nationale Ombudsfrau für Geschlechtergleichstellung – alles auf den Flügeln, die ich in den neunziger Jahren von der FAS erhalten hatte.

Was wäre, wenn die FAS noch existieren würde?

Ich würde sie gerne wie damals, 1995, wiedersehen.

Welche kritischen Punkte sehen Frauen und Projekte in Bezug auf die Förderung der FAS und die Zusammenarbeit mit der FAS zu dieser Zeit?

Sie erkannten uns als gleichberechtigte Partnerinnen an, gaben uns Rückenwind und erhoben unsere Frauenstudien von ihren kleinen Ursprüngen zu einer echten Organisation und Bewegung.

Was kann im Nachhinein als positiv bewertet werden?

Was ich besonders geschätzt habe? Immer wenn ich heute für deutsche Organisationen wie die GIZ arbeite, sehe ich in ihnen immer noch die FAS, die FAS-Frauen, den Enthusiasmus der FAS, die Liebe der FAS zu Serbien und die Unterstützung der FAS für Serbien auf dem Weg zum Aufbau von Demokratie und (Frauen-)Menschenrechten. Ich weiß nicht, was andere Frauen heute darüber denken, aber das ist, was ich denke und fühle.

Literatur/Referenzen zur FAS in Büchern, Dokumentationen usw.

Leider habe ich die FAS nirgends erwähnt. Ich habe, wie viele damals, versucht, diese finanzielle und natürlich auch politische Unterstützung so unsichtbar wie möglich zu halten, denn damals wie heute wurden wir als ausländische Söldnerinnen, Verräterinnen, westliche Spione bezeichnet – natürlich als alles Negative und Schlechte. Das tut mir leid, ich hätte die FAS erwähnen sollen, aber weder die FAS noch andere ausländische Finanziers, noch ich, noch andere haben sie irgendwo erwähnt, und wir alle haben versucht, so wenig wie möglich Spuren dieser Unterstützung und Hilfe zu hinterlassen. Ich erinnere mich, dass wir damals, als die meisten Menschen dabei waren, langsam durch die Straßen gingen, die Ordner mit den Unterlagen trugen und sie ein wenig zerrissen und in Container in der ganzen Stadt warfen – nie alle auf einmal an einem Ort –, in der Hoffnung, es zumindest all denen schwer zu machen, die im Müll nach Beweisen für unsere „Schuld“ suchten. Und noch trauriger ist, dass dies nicht nur solche Zeiten waren. Heute sind die Zeiten auch ein bisschen wie die Neunziger Jahre, nur dass es keine Kriege gibt, aber internes Misstrauen existiert immer noch. Jetzt bin ich Rentnerin, ich lebe in meinen Erinnerungen, wie viele 65- und 70-plus-Jährige.

Dr. Zorica Mršević, www.zoricamrsevic.in.rs

Das Gespräch mit Prof. Dr. Zorica Mršević vom Zentrum für Frauenstudien in Serbien führte, übersetzte und bearbeitete Olga Uremovic.

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