Die Existenz der FrauenAnstiftung ermöglichte es, gute Ideen zu realisieren: zum Beispiel eine Begegnung zwischen Feministinnen aus Lateinamerika, Osteuropa und Deutschland im Jahr 1993 zum Thema „Unsere Geschichte(n) mit Sozialismus und Feminismus“. Warum ich diese Tagung wunderbar und auch heute nachahmenswert finde: Wir haben viel Zeit eingeplant, in kleinen Gruppen unsere politischen Geschichten zu erzählen – und einander zuzuhören. Die Verbindung von persönlichen und politischen Erfahrungen aus verschiedenen Teilen der Welt führte zu Reflexionen, die nach dem Mauerfall 1989 einen neuen Blick auf Ideologien ermöglichte. Und: es entstanden Freundschaften, die auch 30 Jahre danach noch existieren.

Gut war am Konzept der Tagung auch, dass jede, die teilnehmen wollte, als „Eintrittskarte“ etwas zu ihrer aktuellen Position zum Thema Sozialismus und Feminismus schreiben musste – diese Texte wurden als Arbeitsmaterial vor dem Treffen in Hamburg verschickt.
In der Dokumentation finden sich diese Positionen sowie drei Geschichten von Frauen aus Belgrad, Tschechien und Uruguay und vier Standpunkte/Referate, die als Brücke zur Folgetagung 1994 in Prag dienten.
Beitrag: Cornelia Sperling

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